Deutsche Justiz am Limit: So viele Fluggastklagen wie noch nie im Jahr 2024
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Deutsche Gerichte verzeichnen einen neuen Höchstwert an Klagen gegen Airlines: Noch nie mussten Passagiere so häufig vor Gericht ziehen wir 2024! Der deutsche Richterbund verzeichnete im letzten Jahr ganze 131.000 Klagen. ca. 6.000 mehr Klagen als im Vorjahr. Besonders belastet sind Amtsgerichte in deren Gerichtsbezirk größere Flughäfen liegen oder Airlines ihren Sitz haben: Insbesondere das Amtsgericht Köln. Der deutsche Richterbund fordert nun technische Lösungen.

Neuer Höchststand bei Klagen gegen Airlines: Deutsche Gerichte unter wachsendem Druck
Noch nie wurden in Deutschland so viele Klagen gegen Airlines eingereicht wie im vergangenen Jahr. Dem Deutschen Richterbund zufolge wurden im vergangenen Jahr rund 131.000 Klagen erhoben - etwa 6.000 mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind Gerichte, in deren Gerichtsbezirk sich größere deutsche Flughäfen oder Airlines sitzen. Allen voran das Amtsgericht Köln, das bundesweit mit den meisten Klageverfahren konfrontiert ist und bei ca. 30.000 Klagen im Jahr an seine Belastungsgrenze stößt. Im Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Köln befindet sich nicht nur der Flughafen Köln/Bonn, sondern auch der Sitz der deutschen Lufthansa. Neben Köln verzeichnen auch die Gerichte in Frankfurt, Düsseldorf und Königs Wusterhausen einen drastischen Anstieg an Verfahren.
Als Fluggastrechte-Unternehmen möchten wir Ihre Rechte auf dem Gebiet der Fluggastrechte stärken und sehen diese Entwicklung als klares Zeichen dafür, dass Airlines systematisch berechtigte Entschädigungen verweigern beziehungsweise solange verzögern, bis ein Klageverfahren notwendig wird.
Laut einem aktuellen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung steht das Amtsgericht Köln mit der höchsten Zahl an Klagen an der Spitze der überlasteten Gerichte. Die Verfahrenszahlen in den wichtigsten Luftverkehrsdrehkreuzen Deutschlands haben 2023 Rekordwerte erreicht:
- Amtsgericht Köln: 41.300 Klagen – so viele wie an keinem anderen Gericht in Deutschland
- Amtsgericht Frankfurt: Knapp 16.000 Verfahren, ebenfalls stark belastet
- Amtsgericht Königs Wusterhausen (zuständig für den Flughafen BER): 15.500 Klagen
Warum immer mehr Passagiere klagen müssen
Trotz klarer gesetzlicher Regelungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung (EG 261/2004) verweigern viele Airlines weiterhin systematisch Entschädigungszahlungen oder verzögern diese erheblich. Für Passagiere bedeutet das oft monatelange Wartezeiten und unnötige juristische Auseinandersetzungen. Statt berechtigte Forderungen direkt zu begleichen werden Verzögerungstaktiken angewandt oder das pauschale Argument des außergewöhnlichen Umstandes vorgebracht.
Um Druck auf die Airlines zu erhöhen und die Chancen auf eine Auszahlung für die Passagiere zu erhöhen, wird oft ein gerichtliches Verfahren notwendig- mit massiven Folgen für die deutsche Justiz.
Justiz am Limit – dringender Handlungsbedarf
Die massive Zunahme der Klagen belastet nicht nur Passagiere, sondern bringt auch die Justiz an ihre Grenzen. Der deutsche Richterbund sieht Fluggastportae und den Einsatz legal-tech- basierter Rechtsprodukte als wesentlichen Grund für die Entwicklungen an den genannten Gerichten. Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn sagt hierzu: „Die Justiz reagiert darauf inzwischen mit speziellen KI-Assistenzprogrammen, die an größeren Amtsgerichten erprobt werden“