Flugbetrieb am BER nach Eisregen wieder angelaufen – aber weiter Einschränkungen

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Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist der Flugbetrieb nach rund 16 Stunden Unterbrechung am Freitagmittag wieder aufgenommen worden. Die ersten Starts und Landungen seien gegen Mittag erfolgt, teilte eine Flughafensprecherin mit. Am Donnerstagabend war der gesamte airside‑Betrieb wegen massiven Eisregens eingestellt worden.

Flugbetrieb am BER, Wetterdienst warnt vor anhaltendem Eisregen
Symbolbild: EllaD/AdobeStock

Auch am Morgen seien die Flächen noch „spiegelglatt“ gewesen, sagte Sprecherin Sabine Deckwerth. Wie viele Flüge im Laufe des Tages tatsächlich abgefertigt werden können, sei derzeit offen. Das Enteisen der Maschinen dauere derzeit mehr als doppelt so lange wie üblich.

Nach Angaben des Flughafens fielen am Donnerstag etwa drei Viertel aller Flüge aus. Passagiere werden gebeten, vor Reiseantritt den Status ihres Fluges in der offiziellen Abflugs‑ und Ankunftsanzeige des Flughafens oder bei ihrer Airline zu prüfen. Auch über die Plattform X informiert der Flughafen fortlaufend über die Lage.

Folgen und Ursachen des Ausfalls am BER

Der komplette Stillstand des Flughafens seit Donnerstagabend stellt einen der längsten wetterbedingten Ausfälle seit seiner Eröffnung dar.
Ursache war eine geschlossene Eisschicht auf den Start- und Landebahnen sowie auf den Vorfeldflächen, die sich trotz intensiver Enteisungsarbeit nicht auflösen ließ.
Nach Angaben der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) wurde die gesamte Nacht über Enteisungsmittel eingesetzt – allerdings wirkten Temperatur und Regen so stark ineinander, dass die Enteisung sofort wieder gefror.

Die Konsequenzen für Reisende waren erheblich:

  • Hunderttausende Passagiere waren direkt oder indirekt betroffen.
  • Zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder auf den Folgetag verschoben.
  • Airlines mussten Crews und Maschinen an anderen Standorten neu organisieren.
  • Umsteigepassagiere strandeten in Berlin oder wurden per Bahn umgeleitet.

Aktueller Stand (06. Februar, 14:00 Uhr)

Laut Flughafensprecherin Sabine Deckwerth finden seit Mittag wieder Starts und Landungen statt – von einem regulären Betrieb kann jedoch keine Rede sein. Rund die Hälfte der geplanten Abflüge dürfte bis zum Abend realisiert werden, doch Enteisung, Gate‑Wechsel und Wetterbedingungen führen weiterhin zu Verzögerungen.
Reisende müssen sich auf verspätete Abfertigungen und kurzfristige Flugstreichungen einstellen.

Fluggastrechte bei Streichungen wegen Wetter

Bei Flugstreichungen durch Eisregen wie am BER gelten diese als außergewöhnliche Umstände nach EU-Verordnung 261/2004 – daher in der Regel kein Anspruch auf Pauschalentschädigung (250–600 €). Passagiere haben jedoch immer Recht auf Umbuchung auf den nächsten verfügbaren Flug, vollständige Rückerstattung des Ticketpreises oder Rückflug zum Ausgangspunkt.

Die Airline muss zudem Versorgung bieten: Mahlzeiten ab 2–4 Stunden Wartezeit (je Streckenlänge), Hotel bei Übernachtung inklusive Transfers. Ausnahme: Besteht ein Organisationsmangel (z. B. fehlendes Enteisungsmittel trotz Vorwarnung), kann eine Entschädigung fällig werden. Dies muss individuell geprüft werden. SOS Flugverspätung steht Ihnen mit Rechtsexpertise zur Seite!

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